Mein erstes Pulled Beef

Ich hatte schon länger vor mal ein Pulled Beef zu probieren. Im Prinzip ist dies zu Pulled Beef vor dem moppenhandhaben wie ein Pulled Pork, nur wie der Name schon sagt aus Rindfleisch.
Ich hatte vor kurzem schon einmal den Entschluss gefasst ein Pulled Beef zu versuchen, da kam mir leider etwas dazwischen und ich musste das besorgte Fleisch einfrieren. Nun war es endlich so weit, ich fand Zeit und habe es in Angriff genommen.

Der Kandidat war ein knapp 4kg schweres Stück Rindernacken. Ich habe das Stück vorbereitet wie Pulled Pork, da es vom Prinzip her ähnlich sein sollte (siehe auch Pulled Pork Leitfaden). Vom Spritzen habe ich allerdings abgesehen. Ich wollte ersteinmal ertesten, wie sich das Fleisch ohne zusätzliche Spritzmarinade verhält.
Das gute Stück wurde also sorgfältig mit Senf eingerieben, mit einem Rub versehen und 24 Stunden im Kühlschrank gelagert.
Am Folgetag ging es dann um 14 Uhr los. Plan war es am nächsten Tag zwischen 18 und 19 Uhr zu servieren. Das Fleisch kam direkt aus dem Kühlschrank und wurde nicht zuvor auf Zimmertemperatur gebracht. Von daher habe ich etwas mehr Zeit eingerechnet. Wäre es eher fertig, wäre das auch kein problem gewesen, man hätte es gut warm halten können.
Also wurde der Water smoker in Betrieb genommen (der Brennraum mit Briketts befüllt, ein paar Kohlen im Anzündkamin angefeuert, die Wasserschale gefüllt, Räucherholz -Eiche- hineingelegt etc.). Um  kurz nach 15 Uhr war der Water Smoker auf 115 Grad eingeregelt und es wurde aufgelegt.

Um 23 Uhr wurde dann die Nacht vorbereitet (neues Wasser und Kohle). Dann ging es entspannt ins Bett.
Am nächsten Morgen (ich habe mich während der Nacht nicht um den Grill gekümmert) stand die Temperatur noch bei guten 110 Grad. Kerntemperatur lag bei ca. 72 Grad.Pulled Beef vor dem moppen Also alles super. Der Grill wurde dann für den Tag fit gemacht (wieder Wasser und Kohle). Weiterhin wurde das erste mal mit Mopsauce bestrichen (Apfelsaft, Apfelessig, Rinderfond, Thymian, etwas BBQ Sauce mit etwas Butter aufgekocht). Bis ca. 11 Uhr pendelte die Kerntemperatur zwischen 72 und 74 Grad (Plateuphase)

Bis ca. 16 Uhr lief der Smoker dann ungestört durch (einmal zwischendurch wurde noch gemoppt). Nochmal Kohle und Wasser aufgefüllt. Ab 15 Uhr betrug die Kerntemperatur 85 Grad (2. Plateuphase). Ab 17 uhr ging es dann allerdings wieder langsam weiter hoch. Um 19 Uhr, insgesamt 7-8 Kg Kohle und ca. 21 Liter Wasser später waren dann 93 Grad Kerntemperatur erreich. Das Endgewicht habe ich leider nicht gewogen, es ist aber deutlich kleiner geworden (geschmolzenes Bindegewebe und Fett). Ich schätze das Stück hatte noch etwas über 2 Kg.

Das Fleisch ließ sich wunderbar pullen. Es war sehr zart. Die Fleischfasern sind etwas länger als beim Schwein, das ist aber nicht weiter schlimm. Geschmacklich war es super, es hatte halt eher den typischen Rindergeschmack. Der Aufwand hat sich also gelohnt.

 

9 Gedanken zu “Mein erstes Pulled Beef

  1. Hi,

    ich habe gerade die Artikel zum Pulled Pork und Pulled Beef gelesen. Dabei ist mir der große Bedarf an Kohle aufgefallen. Warum keine Briketts und einen Minion Ring gelegt? Ich habe einen 57er Weber, bei dem ich mithilfe eines Minion Rings locker 22 Stunden die benötigten 110 Grad laufen lassen kann bei einem Brikettbedarf von knapp 2 bis 2,5 Kilo. Ich muss auch nicht nachlegen.

  2. Der Watersmoker hat eine relativ größere Außenfläche, die zu Energieverlusten führt. Weiterhin habe ich viel Wasser verdampfen lassen. Von daher kommt es zu einem etwas höheren Verbrauch. Angewendet wurde die Minionmethode, allerdings nicht als Ring.
    Ein Kugelgrill mit Minionring oder Smokenator sind in der Tat sehr sparsam im Verbrauch. Hier ist die von dir genannte Menge realistisch.

  3. Hallo, ich bin auch begeisterter Smoket. Aber eine Frage: Bei solchen Mengen (4 Kg Fleisch) wie verwertest du die Reste weiter? Oder sind stets 10 Gäste zur Hand?
    vG
    SlowerEat.com

  4. Hallo das Pulled Beef sieht wirklich klasse aus, hätte man sofort Lust drauf den Grill anzuschmeissen. Der Kohleverbrauch ist wirklich hoch wenn man bedenkt wieviel 8 Kg Kohle sind. Aber darauf sollte man bei so einem tollen Stück Fleisch nicht achten.
    Werde das auch mal ausprobieren, ein tolles Rezept für jeden Grillmeister.
    Lg Micha

  5. Da gibt es verschiedene Wege.. einfrieren, Gästen mit nach Hause geben oder in anderes essen “verwandeln” (Baked Beans mit Brisket oder pulled beef/pork Stücken etc.)

  6. Hi
    Sieht alles sehr lecker aus. Werde nächstes Wochenende ebenfalls einmal Pulled Beef versuchen. Das Pork hat bei mir reizenden Absatz gefunden. Hoffe auch, dass das Beef gleichziehen kann. Eine Farge habe ich zu der Mop-Sauce. es fehlen mir die Mengenangaben. Kannst Du die nachreichen?

  7. Hallo Frank,

    ich habe das damals “frei Schnauze” gemacht. Ich glaube aber es war in etwa je 1 Tasse Fond und Apfelsaft, knapp 1/2 Tasse Essig, 1 EL Thymian und je nach Geschmack BBQ Sauce (Menge weiß ich nicht mehr genau, nur nicht all zu viel, nur um den Geschmack zu variieren..). Butte waren so ca. 2 EL.

  8. Hi,
    Ja, klappt auch auf dem Monolith gut.
    Für Pulled Beef ist das Nacken sehr gut geeignet, da der langsame Garprozess (low and slow) das Bindegewebe auflöst, darum macht man das ganze ja. Siehe auch z.B. Nidertemperaturgaren (https://de.wikipedia.org/wiki/Niedrigtemperaturgaren).
    Ich habe tatsächlich einen Teil des Nackens verwendet. Das von dir genannte Stück dürfte der Kamm sein, sollte sich auch gut eignen.

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